Ich möchte einen Aspekt des Themenraums #Produkt und #Projekt aufgreifen. Die Welt könnte so einfach sein: In einem Unternehmen entsteht die Idee für ein neues Produkt, die Marktchancen werden abgeschätzt und ein Projekt zur Entwicklung des Produktes wird aufgesetzt. Nehmen wir an, dass der Markt sich nicht dramatisch verändert solange das Produkt entwickelt wird. Das Projekt wird beendet, das Produkt liegt vor, geht in Serie und nach einer gewissen Amortisationszeit wird Geld verdient. Das Produktentwicklungs-Projekt ist gewissermaßen zur Brücke zwischen Idee und Produkt geworden.

Leider ist das Bauen von Brücken nicht immer so einfach.

  • Reicht eine freitragende Brücke, die von einem Ufer aus gebaut werden kann.
  • Ist die Kluft zu weit werden Pfeiler benötigt, wenn ja wie viele?
  • Reicht die Tragfähigkeit der Brücke?

Tragfähigkeit? Was soll das in diesem Zusammenhang bedeuten?

Wenn eine neue Produktidee entsteht provoziert diese gelegentlich Widerstände, durchläuft eine Phase des Zweifels und löst vielleicht irgendwann Euphorie aus. Die Euphorie wiederum kann eine Reihe von Sekundär-Projekten anstoßen, die sich gerne an das ursprüngliche Projekt dranhängen. Synergien sind beabsichtigt werden aber oft nicht erreicht, stattdessen entstehen Abhängigkeiten und Schnittstellen. Die vermuteten Synergien werden als Argument für Budgetteilungen verwendet. Die Brücke wird schmäler, fragiler und es stehen mehr Menschen darauf als jemals vorgesehen waren. Oder noch schlimmer es wird versucht Schwerlastverkehr über eine Hängebrücke aus Holz und Seilen umzuleiten.

Wie kümmern wir uns um diese Brücken oder müssen wir grundsätzlich solide Dämme bauen.

Lasst uns diskutieren!