Franziska Köppe | praktisch NACHHALTIGDas Organisationsteam stellt sich vor. Kurz notiert

Oliver Kretzschmar, Stuttgart

Ausbildung / Qualifikation:
Prof. Dr.-Ing., Computer Science and Media, Medieninformatik

Profile im Web:
Xing Oliver_Kretzschmar

Wer bist Du und was machst Du?

Mein Name ist Oliver Kretzschmar. Ich bin Professor an der Hochschule der Medien in Stuttgart. Meine Kernkompetenzen im Master-Studiengang „Computer Science and Media“ liegen in den Bereichen IT-Produkt-Management und IT-Projekt-Management und ich bin seit über 25 Jahren in der IT-Branche tätig. Nach meiner Promotion war ich bis 2006 als Unternehmer im Umfeld der Content-Logistik tätig. Im Jahre 2000 gründete ich die OKS Software AG, welche Hersteller des Software-Produktes OPAS-G war. Die OKS Software AG wurde 2006 an ein anderes IT-Unternehmen verkauft. OPAS-G gehörte zu den marktführenden Produkten im Bereich der Content-Logistik im deutschsprachigen Raum und wurde in vielen Kunden-Projekten integriert. Desweiteren engagiere ich mich nach wie vor als Gesellschafter und Berater in unterschiedlichen Firmen im IT-Bereich und betreue unterschiedliche studentische Startup’s.

Menschen sind keine Ressourcen, weil …

… es den Menschen auf eine „Dinglichkeit“ reduziert und damit seine Komplexität, Emotionalität, Psyche und sein „Ganzes“ nicht wertschätzt. Diese Wertschätzung ist aber meiner Meinung nach die Grundvoraussetzung für die Fähigkeit eigener Selbstachtung und damit letztendlich auch der Achtung anderer.

Worin liegt für Dich die Zukunft der Arbeit / des Projekt-Managements?

Ich glaube, dass man „Zufriedenheit“ und „Glücklich-sein“ im Kontext von Arbeit nur dann erreichen kann, wenn man ein Mindestmaß an Leidenschaft, Identifikation und Sinnhaftigkeit für diese Arbeit empfinden kann. Wer sich einmal mit dem Thema Motivation beschäftigt hat, der weiß, dass die sogenannten Hygienefaktoren, wie zum Beispiel Arbeitsatmosphäre, -bedingungen und dazu gehört auch die Wertschätzung etc., bedingungslose Voraussetzungen für die eigentliche Motivation sind und genau diese Hygienefaktoren sehe ich in vielen Bereichen der Arbeits- und Projektwelt nicht existent bzw. zunehmend dahinschwinden. Desweiteren glaube ich, dass neben noch vielen anderen Punkten das Thema „faire“ und „lebensgerechte“ Entlohnung in verschiedenen Arbeitsbereichen einer neuerlichen Diskussion bedarf.

Die Zukunft des Projekt-Managements sehe ich in einer notwendigen Veränderung der Projekt-Kultur. Zu einem großen Teil liegt dies sicherlich darin begründet, dass für kommende Generationen, die obigen Punkte wie Leidenschaft, Identifikation und Sinnhaftigkeit neben einer Balance zwischen Arbeit und Freizeit einen wesentlich wichtigeren Stellenwert einnehmen werden als bisher. Der Generation Y („Why?“), also der heute um die 30-Jährigen, sagt man das heute schon nach. Auf der anderen Seite reift die Wahrnehmung, dass zu viele Projekte, gerade auch in der IT, mit der herkömmlichen Projekt-Kultur und Methodik scheitern.

Warum nimmst Du am PM Camp teil? Was ist das Besondere?

Ich möchte einen Beitrag zur Sozialisierung von IT-Projekt-Management-Wissen leisten und meinen interessierten Studenten/innen des Master-Studiengangs „Computer Science and Media“ hier an der Hochschule der Medien den Dialog mit der PM-Realität ermöglichen. Das Besondere am PM Camp ist, dass es die üblichen „Trampelpfade“ von Konferenzen verläßt und einen neuen, offenen und dialog-orientierten Weg für PM-Konferenzen aufzeigt.